Sumynoreih
26 april 2025
Das Fensterschloss ABUS FO400N dient bei uns als zusätzliche Sicherung von Terrassentüren und Fenstern. Pro Tür bzw. Fenster wurden hierfür je ein FO400N zusammen mit zwei FAS97 bzw. FAS 101 (Sicherung auf der Scharnierseite) eingebaut.In der konkreten Einbausituation geht es um einflüglige Terrassentüren und Fenster. Bei zweiflügligen Türen bzw. Fenstern (ohne festen Mittelsteg) haben wir stattdessen je zwei Zusatzschlösser FTS96 eingebaut (s. Rezension).___Zum Grundsätzlichen___Das Fensterschloss macht einen sehr massiven und hochwertigen Eindruck. Dazu passt das mitgelieferte Einbaumaterial (Schrauben z.T. mehr als 60 mm lang und 5,5 mm stark) für unterschiedliche Einbausituationen (Holz, Kunststoff, Metall). Alles sehr solide und vertrauenerweckend! Die Einbauanleitung inkl. Stückliste ist umfassend und nachvollziehbar.Ein Mindestmaß an handwerklichem Geschick ist nötig für einen erfolgreichen Einbau. Novizen sollten die Finger davonlassen: Es geht hier um Millimeterarbeit!___Zum Einbau___Für den Einbau sollte man sich Zeit nehmen. Man bohrt einige Löcher 4-4,5 mm stark und 50 mm tief in den Fenster-/Türflügel bzw. -rahmen. Da ist es angebracht, vor jeder Bohrung nochmals kurz innzuhalten und sich zu vergewissern, ob das Loch an dieser Stelle wirklich richtig gesetzt ist. Vorbohren muss man auf jeden Fall, weil man sonst die massiven Halteschrauben kaum ins Holz und natürlich gar nicht ins Metall bekommt, auch nicht mit einem Akkuschrauber. Ein solcher ist ein Muss, weil die Schrauben doch recht lang sind.Die Beschreibung ist zunächst einmal fast angsteinflößend: Mehr als 50 Einzelbilder zum Ablauf des Einbaus und weitere Bilder inkl. Explosionszeichnung und Abbildungen des Einbaumaterials sowie Stückliste, dazu Texte in 5 Sprachen (D, F, I, NL, GB). Das Ganze verteilt auf eine beidseitig bedruckte DIN A2-Tapete (entspricht 8 Seiten DIN A4). Wer eine schrittweise Anleitung benötigt, der findet alles was er braucht und das sehr detailliert. Dennoch: Sich damit zurechtzufinden setzt ein Mindestmaß an Konzentration und praktischer Erfahrung voraus. Jedenfalls würde ich absoluten Anfängern vom Selbsteinbau abraten. Handwerklich Versierte werden mit alledem kein Problem haben und können auf den Blick in die Beschreibung weitgehend verzichten. Von ganz speziellen Fällen abgesehen (z.B. Wechsel von Rechts- auf Linksanschlag, der in der Beschreibung ebenfalls gut erklärt ist) braucht man die Anleitung kaum, weil die Einbausituation in den meisten Fällen (Ersatz eines vorhandenen Fenstergriffs) sehr vieles vorbestimmt. Jedenfalls ist der Einbau für handwerklich Geschickte ohne Probleme zu bewerkstelligen.Eine große Hilfe sind die beiden vorstehenden Zapfen auf der Rückseite der Basisplatte. Sie passen genau in die Bohrungen für den zu ersetzenden Fenstergriff. Dadurch ist der neue Fenstergriff im Nu und ohne jegliches Messen positioniert: Markieren der zusätzlichen Bohrungen, Bohren, Anschrauben, ... und fast schon fertig.Standardmäßig ist der Fenstergriff auf Rechtsanschlag ausgelegt („Das Scharnier befindet sich _rechts_ vom Fenstergriff“). Ist das die Einbausituation, kommt man sehr schnell zum Ziel (s. nachfolgende Beschreibung, insbes. Punkte 1 bis 6). Im Falle eines Linksanschlags („Das Scharnier befindet sich _links_ vom Fenstergriff“) muss man zunächst die innere Mechanik lagerichtig anpassen. Die (eingefetteten) Metallteile tragen entsprechende Hinweise (R bzw. L) für die funktionsgerechte Positionierung.Beschreibung für Rechtsanschlag:1. Alten Fenstergriff abmontieren (i.d.R. Abdeckung der Basisplatte leicht anheben und um 90 Grad drehen, zwei Kreuzschlitz- oder Torx-Schrauben werden sichtbar, diese herausdrehen, Fenstergriff herausziehen). Normalerweise kann man die Schrauben nur in der „Fenster-offen-„Stellung (Griff in waagerechter Position) lösen. Natürlich muss auch der neue Fenstergriff genau in dieser Stellung montiert werden, sonst ist dessen Funktion nicht gewährleistet.2. Einen passenden Vierkant-Stift (Achtung: zwei Längen werden mitgeliefert) aus der Teilliste nehmen und in das Vierkantloch am Fenster einführen, und zwar richtigherum (die Vierkant-Stifte haben „Nasen“, die Durchschieben verhindern; wenn man einen zu langen Vierkant wählt oder diesen falsch herum einschiebt, dann lässt sich der ABUS-Fenstergriff nicht passend aufsetzen). Um auszuprobieren, ob der Stift passt, einfach den noch komplett verschraubten neuen Fenstergriff (inkl. Basisplatte) mit dem Stift in die Zielposition bringen, festhalten und den Griff provisorisch betätigen. Wenn alles okay ist, weiter mit Schritt 3.3. Die Kunststoffabdeckung vom neuen ABUS-Fenstergriff (z.B. mit einem Schraubendreher) vorsichtig anheben und abziehen. Sodann die Griffoberseite von der Basisplatte lösen (dazu muss nur die gut sichtbare Schraube A3 gelöst werden). Am besten, dabei den Griff so halten, dass die lose innere Mechanik in Position bleibt. Wenn das nicht gelingt, hilft ein Blick in die Beschreibung weiter (Bilder 23 und 24).4. Nun die Basisplatte des neuen Fenstergriffs mit dem passenden Vierkant-Stift mittig und der Vierkant-Rosette mit etwas Spiel in der Position des alten Fenstergriffs aufsetzen und mit den in Schritt 1 gelösten Schrauben des alten Fenstergriffs provisorisch befestigen.5. Die beiden Löcher rechts oben und unten nun nach Anleitung vorbohren (oder zunächst nur markieren, die Basisplatte wieder entfernen, dann vorbohren und die Basisplatte wieder verschrauben). Die Schrauben aus Schritt 4 fest anziehen.6. Nun die Griffoberseite mit der korrekt in Position befindlichen inneren Mechanik vorsichtig auf die Basisplatte aufsetzen und die passenden Schrauben in die zuvor gebohrten Löcher drehen. Dabei darauf achten, dass der Griff in dieselbe Richtung zeigt, wie auch der alte Fenstergriff vor der Demontage. Schließlich auch noch die beiden Schrauben links eindrehen und (moderat) festziehen.Wenn alles beachtet wurde, kann der neue Fenstergriff bereits jetzt die ehemalige Funktion des alten Griffs ersetzen und ist zusätzlich noch abschließbar. Ein wirkliches Plus an Sicherheit bietet das aber noch nicht, das erfordert zusätzlich die Montage des massiven neuen Schließblechs (4 mm Stahl).Um die Position des Schließblechs einfach zu bestimmen, nutzt man am besten die beiliegende zweiteilige Schablone (aus schwarzem Kunststoff). Abhängig von der konkreten Einbausituation wird das Schließblech entweder direkt auf den Fenster-/Türflügel montiert oder es ist eine Anschraubleiste ggf. mit einem weiteren Höhenausgleich erforderlich.Man fügt die Schablone zusammen und hält sie links an den monierten Fenstergriff (Bilder 16 und 17). So findet man schnell die Positionen der erforderlichen Bohrlöcher für das Schließblech bzw. für die Anschraubleiste des Schließblechs. Bevor man wirklich bohrt, empfiehlt es sich das Schließblech (evtl. inkl. Anschraubleiste mit Höhenausgleich) an die gedachte Zielposition zu bringen und den neuen Fenstergriff zu betätigen. Der Schließer des Fenstergriffs soll sich nun in das Schließblech hineindrehen. Ist das ohne Widerstände und Reibung der Fall, kann man die Löcher so bohren. Mit den mitgelieferten 4 Ausgleichsunterlagen (1, 2, 4, 8 mm) für den Höhenausgleich lassen sich zusätzliche Höhenunterschiede von bis zu 15 mm (in 1 mm-Schritten) ausgleichen.Sofern man nicht die o.g. zweiteilige schwarze Schablone verwendet kann man für das Markieren der Bohrlöcher auch eine der Ausgleichsunterlagen als Schablone verwenden. Beim Setzen der Bohrungen sollte man hier besondere Sorgfalt walten lassen, weil genau hier die Kraftübertragung vom Tür-/Fensterflügel auf den Rahmen stattfindet und das Schließblech und damit auch die Befestigungsschrauben bei einem eventuellen Einbruchsversuch auf Zug belastet werden. Bei den Schrauben für den Fenstergriff ist das weniger kritisch, da wirken die Kräfte eher quer.Vorausgesetzt, man benötigte die Anschraubleiste, ist die letzte Hürde die Verbindung zwischen Anschraubleiste und Schließblech. Hierzu sind gewindefurchende Schrauben beigelegt. Diese Schrauben einzudrehen ist schon ziemlich lästig, erfordert viel Kraft im Unterarm und ist zeitraubend. Bei mir hat das jedenfalls mit dem Akkuschrauber nicht funktioniert und musste daher per Hand gemacht werden. Früher hatte man bei ABUS stattdessen Kontermuttern verwendet, was mit Sicherheit weniger Kraftaufwand erfordert hatte.___Tipp___Das Eindrehen der gewindefurchenden Schrauben geht viel einfacher, wenn man das losgelöst vom Einbau am Fenster entsprechend vorbereitet. Dazu die Anschraubleiste geeignet einklemmen und sich selbst so über der Anschraubleiste positionieren, dass man das eigene Körpergewicht als Unterstützung einsetzen kann. In dieser Position konnte ich auch meinen Akkuschrauber verwenden und so die Schrauben zum Zwecke des Gewindeschneidens mit kleinen Vorschüben und ohne großen Einsatz eigener Hand-und Armkraft bequem ein- und wieder ausdrehen. Wenn man so verfährt sind damit für die drei Schrauben die Gewinde bereits eingedreht und können in der Einbausituation am Fenster ohne weiteres mit dem Akkuschrauber verschraubt werden.___Resümee___Die Montage erfordert ein Mindestmaß an praktischer Erfahrung. Es lohnt sich aber: Ein sehr stabiles und vertrauenerweckendes Teil, dem weniger als 5 Punkte nicht gerecht werden.