Kathrin
19 februari 2025
Bei mir hatten sich die Tage zwei Wetterstationen anderer Hersteller verabschiedet. Bei einer ging der Außensensor nicht mehr (Batterie oxidiert) und bei der zweiten Wetterstation gab es einen Dauerfehler bei der Luftfeuchtigkeit, die dauerhaft bei 95% lag. Daher, Ersatz gesucht.Bresser war mir bis dato kein Begriff, schien mir aber zumindest keine No Name Firma zu sein. Die Optik hat es mir dabei besonders angetan. Die Probleme mit allgemein den Bresser Wetterstationen schien überschaubar. Bekannt soll wohl sein, dass der Sensor sich gerne mal verabschiedet oder die WLan Einbindung zum Problem werden kann. Bei der Auswahl der Wetterstation war mir die Optik wichtig, so dass ich mich für diese mit schwarz-weißer Display Optik entschieden habe. Für 129 EUR ein wie ich finde fairer Preis. Für meine Hobby Ambitionen reicht es. Also bestellt und abends zusammen gebaut.Wenn man sich an die Bedienungsanleitung hält, ist es ein einfaches unterfangen. Zunächst den Innensensor startklar machen, Temperatur und Luftfeuchtigkeit passen sich schnell den Gegebenheiten an und müssen sich nicht lang einspielen. Was einen dann dauer anblinkt, ist dann der Wunsch des Innensensors, sich bitte mit dem WLan verbinden zu können. Und da gebe ich vielen Recht, man kann daran verzweifeln und zwar soweit, dass binnen 20 Minuten das Paket wieder verklebt ist und zurück geht. Es ist zum Haare raufen. Das Handy soll im Konfigurierungsprozess mit dem Innensensor verbunden werden und das über das interne Netzwerk des Innensensors. Die Verbindung wird als unsicher angezeigt und das Problem ist, dass moderne Handys immer versuchen eine "bessere" Verbindung aufzubauen. Beim Einbinden über die App hängt man als Laie in Endlosschleife in den WLan Einstellungen fest. Man muss quasi alle Extra Berechtigungen ausschalten, damit das Handy diese WLan Einstellung akzeptiert und man in den Einstellungen weiter gehen kann. Mit meinem Samsung Galaxy S23 Galaxy Ultra habe ich es nicht geschafft; dafür aber mit einem nicht so technisch hochgezüchtetem Samsung Galaxy A25 die Verbindung aufbauen können. Hier werden dann die WLan Einstellungen mit dem heimischen Router, sowie zu Weather Underground (wu) aufgebaut. Bei Weather Underground muss man allerdings vorher ein Konto anlegen, damit man dann die Zugangsdaten aus dem Profil für die Wetterstation übernehmen kann. Sind diese Einstellungen erledigt, läuft der Innensensor von selbst und schießt regelmäßige Updates nach Weather Underground, womit dann aus der Ferne schauen kann, welche Wetterdaten gerade gesammelt werden. Natürlich nur die Daten vom Außensensor, der Innensensor dient hier nur als Schnittstelle. Die Zeit wird damit gleich mit synchronisiert, DCF ist also nicht notwendig abzuwarten. - Übrigens, die Datumsanzeige lässt sich über die Einstellungen des Gerätes eindeutschen.Der Außensensor sieht zwar relativ klobig aus, ist aber dafür doch relativ leicht. Es ist bereits alles vormontiert und kalibriert, so dass man nur noch eine Stange finden muss, woran man den Kollegen befestigt. Feinabstimmungen lassen sich übrigens über die App vornehmen. Vorher muss man den Außensensor allerdings noch mit 3x AA Batterien füttern, dann blinkt es regelmäßig nahe des Batteriefaches. Den Deckel vom Regenauffänger kann man abschrauben und erlaubt einfaches reinigen. Dieses wird auch gemäß Bedienungsanleitung alle 3 Monate empfohlen. Synchronisieren mit dem Innensensor kann anfangs etwas stockend sein. Selbst wenn der Innensensor koppeln will und der Außensensor blinkt, heißt das noch nicht, dass es funktionieren wird. Schnelle Abhilfe ist hier, einmal den Reset Knopf am Außensensor und am Innensensor zu betätigen, dann gelingt die Synchronisation unter einer Minute. Was sehr positiv auffällt, Temperatur und Luftfeuchtigkeit synchronisieren sich schnell den Gegebenheiten und benötigen keinen langen Vorlauf, bis diese sich angepasst haben. Da es nicht geregnet hatte, probeweise ein paar Tropfen Wasser in den Auffangbehälter geträufelt und siehe da, irgendwann "klackt" es. Im Inneren des "Bechers" befindet sich ein kleiner Löffel, der alle "0,4mm" misst und das Wasser dann nach unten hin abkippt, wo Ausgangslöcher sind und das Wasser nach außen befördert. Sprich, alle Werte die man mit der Zeit erhält sind mit "0,4" addiert. Abends hatte es dann gut geregnet und der Kollege durfte ordentlich arbeiten. Ich dachte erst dass die Tropfen nur am Rand des Filters hängen bleiben, aber es muss erst etwas mehr regnen, dass das Wasser auch durch den Trichter abgeführt wird. Ich bin mehr als begeistert. Ein kleines mobiles Spielgerät, das sich mit sich selbst beschäftigen kann.Sowohl die Fahne, als auch der Windmesser sind aus stabilem Kunststoff, also nicht etwas, wo ich sagen würde, das könnte leicht brechen. Aufgrund mancher geschilderten möglichen Defekte ist das aber angesichts des Preises und dessen was man hier erhält geradezu geschenkt. Ich habe generell die Erfahrung gemacht dass nach 1 bis 2 Jahren jede Wetterstation ihren Geist aufgibt und das egal welcher Hersteller es ist. Wenn diese Wetterstation 1 Jahr oder länger durchhält hat es sich schon bezahlt gemacht. Ich würde auf jeden Fall aufgrund des mehr als sehr guten Gesamtpaketes, weil das Ding strahlt definitiv schon eine gewisse Professionalität aus, für 129 EUR wieder zugreifen wollen. Man muss auch beachten, dass es für den Hobbybedarf ist und das Teil jeder möglichen Witterung ausgesetzt ist. Wasser findet immer seinen Weg. Manches ist halt technisch mehr anfällig. Preis-/Leistung stimmt hier definitiv und die Werte stimmen.Vielleicht der Tipp, ich würde mir den Innensensor nicht zwingend ins Schlafzimmer stellen. Man kann zwar die Helligkeit anpassen, aber außer hell, schlechte Helligkeit und ganz dunkel gibt es keine sonst adäquate Beleuchtung. Fürs schlafen ist das Licht einfach zu hell. - Dafür aber positiv zu erwähnen, das Display lässt sich sehr gut ablesen.Abschließend kann ich nur sagen, ich freue mich immer wenn ich nach Hause komme und schon jemanden arbeiten sehe und fröhlich vor sich hin dreht und die Windfahne vor sich hin wackelt. Ich kann es nicht anders sagen, aber selbst optisch ist der Außensensor einfach nur der Hammer und sieht nicht aus wie ein hässlicher Klotz, der die Umgebung verunstaltet. Selten dass Technik auch mal schön aussehen kann. Hier hat Bresser wirklich ein nettes Gesamtpaket gestaltet, was nicht nur professionell und funktional ist, sondern auch ansprechend gestaltet ist.