Peter
20 februari 2025
Nachdem ich für den Hobbygebrauch (Lautsprecherbau) jetzt doch eine Oberfräse brauche, habe ich mir nach einiger Recherche dieses Modell gekauft.Vorweg: Sie ist nicht schlecht, man kann mit ihr arbeiten. Der Motor ist durchzugsstark, leider ist das Drumherum eher mittelmäßig bis schlecht.Schon nach dem Auspacken fällt auf, dass es sich um ein Einsteigergerät handelt. Es gibt viele überstehende Kanten, die nicht entgratet sind, die Verletzungsgefahr nicht zu unterschätzen (wie ich selbst schon feststellen musste..). Aber gut, muss man eben aufpassen!Der Stab zum Einstellen der Frästiefe ist aus Kunststoff, was leider absolut unvorteilhaft ist. Der Stab wird ja mit einer Schraube arretiert, die man schon etwas anziehen muss, damit der Stab nicht versehentlich verrutscht; dabei bohrt sich die Schraube in den Stab und hinterlässt bleibende Schäden, nachhaltig und langlebig ist etwas anderes.Der Absaugadapter ist auch aus 0815-Kunststoff gefertigt und wirklich absolut empfindlich. Es empfiehlt sich, den Staubsauger nur per Verlängerungsschlauch anzustöpseln, das "normale" Endstück (wo ggf. das Verlängerungsrohr drauf kommt) bringt beim Fräsen zu hohe Kräfte auf den Absaugadapter der Fräse. Noch ist er nicht abgebrochen, aber es ist nur eine Frage der Zeit..Diese beiden "Mängel" sind bei teureren Oberfräsen meist auch vorhanden, von daher kann man hier nicht wirklich negativ bewerten.Die Stäbe des Parallelanschlags werden mit jeweils einer Schraube befestigt, was zwar hält, aber nicht bombenfest.Die Zirkelspitze eignet sich aufgrund der Bauweise leider nur für Durchmesser über ~18cm. Ich habe kleinere Kreise gebraucht (Nun zum Arbeiten selbst:Das Einsetzen des Fräsers ist etwas fummelig, aber machbar, und unterscheidet sich eigentlich nicht von anderen (günstigen) Fräsen.Die Fräse hat einen recht schwergängigen Hub, was die Einstellung der Tiefe und die Arretierung (bzw. die Betätigung des Hebels) schwierig gestaltet. Für feine und wirklich präzise Arbeiten ist die OF 1200 E nicht geeignet.Die Schutzblende und der Absaugadapter behindern die Sicht auf das Werkstück/die Fräs-Stelle, sodass man meist nach dem Motto "auf gut Glück" fräst.Alle genannten Punkte sind Meckern auf höherem Niveau, all diese Punkte werden erst besser, wenn man wesentlich mehr Geld auf den Tisch legt. Die Fräse ist in Ordnung und arbeitet zuverlässig, wenn man nicht verwöhnt ist und sonst nur mit Festo usw. arbeitet.Was die Haltbarkeit und Langlebigkeit betrifft, kann ich nach 2 Tagen Nutzungszeit noch nicht beurteilen, aber ich sehe da eher schwarz. Der Stab für die Tiefeneinstellung wird irgendwann durchlöchert sein, der Absaugadapter ziemlich sicher abbrechen und die Fräser werden auch nicht ewig halten. Mal sehen, wie es im Garantie-/Gewährleistungsfall ablaufen wird.Insgesamt gibt es von mir trotzdem 4 Sterne, weil man doch das bekommt, was zu erwarten war. Für 60€ bekommt man eine Fräse mit allem nötigen Zubehör (bzw. fast, wegen dem Fräszirkel), um direkt loszulegen und alle gängigen Arbeiten auszuführen.