Ria
27 april 2025
Vorab: Die Fitbit Blaze hatte ich von einem anderen Anbieter und als erste. Garmin und TomTom von Amazon zeitgleich gekauft, die TomTom ging problemlos zurück. Auch die Fitbit Blaze habe ich nicht behalten, was übrigens sehr geschmerzt hat. Doch dazu später mehr.Nun aber zu meinen Eindrücken.Mein Ziel war es, mit der Kontrolle über meine sportlichen Aktivitäten (vor allem Radfahren) und entsprechender Ernährung, ein paar wenige Kilo abzunehmen und meine Fitness zu verbessern.Daher war für mich wichtig, dass die Herzfrequenz so korrekt gemessen wird, wie es am Handgelenk möglich ist. Dass dies nur bedingt mit einem Brustgurt vergleichbar ist, dürfte hier zu genüge erklärt worden sein. Es ist eben etwas träger. Ich habe sie aber alle mit einem Verglichen und für meine Zwecke sind sie alle recht genau. Zu den Tricks, wie es am besten klappt, komme ich ebenfalls später. Außerdem brauchte ich zur Streckenverfolgung GPS, wünschte mir einen Tracker außerhalb des Trainings und wollte all das auch noch übersichtlich dargestellt bekommen. Schrittzähler interessiert mich nicht und auch die Smartfunktionen kann ich nicht beurteilen, da ich sie nicht nutze. Letzteres habe ich nur kurz auf Funktion getestet, aber keine Uhr hat mich davon überzeugt, dass ich es brauche^^ Da spar ich mir die Akkuleistung fürs Bluetooth lieber für längere Laufzeit. :)Herzfrequenz-Tracker:Die TomTom Spark 3 misst sie nur alle zehn Minuten, sofern kein Training aktiviert wurde. Ist für mich zu wenig. Wenn ich meine kurzen Gymnastikübungen mache, möchte ich schon gern, dass sie diese trackt, ohne dass irgendwas an Aktivität vorab eingestellt wird. Schließlich verbrennt man durch sie ebenfalls Kalorien und wenn man diese zählt, um abzunehmen, dann ist es schon hübsch, wenn man weiß, dass man etwas mehr essen kann^^ Während Aktivitäten misst der Herzfrequenztracker aber dauerhaft und so genau, wie ich es mir vorgestellt habe. Man kann den Tracker abstellen.Garmin Forerunner 35 misst dauerhaft und auch recht genau. Egal ob bei aktivierten Trainings oder ohne und man kann ihn ebenfalls abstellen.Fitbit Blaze misst ebenfalls dauerhaft und zwar in den kürzesten Intervallen. Egal, ob bei aktivierten Trainings oder ohne. Hier muss allerdings erwähnt werden, dass sie wesentlich träger und ungenauer ist, wenn kein Training aktiviert ist. Sobald aber eines läuft, dann steht sie ihren anderen beiden Kollegen in nichts nach.GPS:TomTom Sparks 3 findet das GPS bei aktiviertem Training am schnellsten. In der Woche, die ich sie getestet habe, hat sie nicht ein einziges Mal gezuckt. Und es ist nicht abgebrochen, sondern hat sauber bis zum Schluss aufgezeichnet, auch bei Strecken im Wald, zwischen weitläufigen Feldern (also am A**** der Welt^^) und in hoffnungslos zugebauten Städten. Es lässt sich auch bei den Trainings abschalten. Schön auch, die Auswertung in der App und am PC. Es ist jederzeit ablesbar, wann man es wo mit welcher Herzfrequenz, Geschwindigkeit und Höhe zu tun gehabt hat. Genauigkeit ist echt gut, selbst Feldwege werden „getroffen“ und nicht übers Feld angezeigt.Garmin Forerunner 35 zuckt manchmal beim Finden des GPS. Nach aktivieren des Trainings, egal ob bekannter oder neuer Ort, hin und wieder dauert es tatsächlich eine Minute oder zwei bis drei, bis sie es hat. Manchmal breche ich die Suche ab und starte neu, manchmal warte ich einfach, bisher hatte ich keinen Ausfall (inzwischen bei nahezu täglichem Training seit ca. 6 Wochen). Auch hier, keinerlei Abbrüche und abschaltbar. Auf der App sieht man die Strecke zwar, kann aber Herzfrequenz, Geschwindigkeit und Höhe nicht verfolgen. Sie werden nur als Diagramme dazu dargestellt, man muss also an den PC dafür. Genauigkeit ist in Ordnung, manchmal sieht es so aus, als wäre man neben dem Feldweg im Grün unterwegs gewesen, aber für mich ist die Aufzeichnung ausreichend.Fitbit Blaze ... tja, das war der Grund, warum ich sie zurückgab. Mit blutendem Herzen wohlgemerkt. Es war mir von vornherein klar, dass die Uhr kein eigenes GPS hat, aber ich war durchaus bereit, die Kopplung mit dem Handy zu nutzen. Das Handy beim Radfahren dabei zu haben ist nicht sooo das Problem, auch wenn's ohne schöner ist. Aber gut. Doch dummerweise reicht eine winzige Störung des Kontakts, wie auch immer geartet, und das Tracking bricht ab. Keine Messung der Kilometer mehr. Hinterher am PC (oder App) kann man zwar meist den Streckenverlauf (manchmal nur teilweise) sehen, aber es fehlen dadurch natürlich viele Details, die mir wichtig sind. Es gibt dann auch Programmabstürze. Ich habe wirklich alles versucht, um dieses Trackingproblem zu beheben, habe Trainings in Segmente aufgeteilt und so weiter, aber immer wieder, sobald ich raus aus der Stadt war, unter einer Eisenbahnunterführung durchfuhr oder auch nur in der Nähe war oder in den Wald kam, brach die Kilometerzählerei ab und man weiß nicht, ob die Strecke noch aufgezeichnet wird oder nicht. Das lenkt vom Sport ab und verunsichert. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Uhr von sich aus die Kopplung immer wieder aktualisiert, damit alles so läuft, wie bei der TomTom und der Garmin, selbst mit Handy. Genauigkeit ist, selbst wenn die Details fehlen und man nur die Strecke sieht, in Ordnung.Akkulaufzeit und Laden:Die Laufzeit lässt sich einfach zusammenfassen. Dadurch, dass ich die Smart-Funktionen nicht nutze und GPS nur während meiner Fahrrad-Trainings aktiviert ist, hält der Forerunner 35-Akku meist so fünf bis sechs Tage. Die Fitbit Blaze lag so bei drei bis fünf und die TomTom Spark 3 hat die Woche durchgehalten, die ich sie hatte. Die Laufzeit verkürzt sich natürlich um ein Vielfaches, wenn Radtouren über mehrere Stunden gefahren werden. Doch bisher haben sie alle meine bisherige Maximalzeit von dreieinhalb Stunden locker durchgehalten und genug Luft für weitere Trainings gehabt.Beim Laden muss ich differenzieren. Denn die Fitbit Blaze und auch die TomTom Spark 3 lassen sich über ihre Anschlussgeräte überall laden. Dummerweise muss man beide dafür auseinanderbauen, was gerade bei der Spark eine heftige Sache für das Armband war. Bei der Blaze war es bestenfalls umständlich. Die Forerunner ist da etwas komplizierter, obwohl man die nur anklippen muss. An meinem Laptop hat sie sich nicht laden lassen. USB 3 ist offenbar nichts für sie. Da zeigt sie gleich an, sie sei vollgeladen und das war’s. Auch bei Ladegeräten, die mit 1A Output laden, zeigt sie dieses Bild. Bei stationären PCs, an denen ich USB 2 hatte, war es kein Problem. Sie lud anständig. Auch bei schwächeren Ladegeräten ist das kein Problem.App und PC-Programm:Bei allen: Bluetooth funktioniert soweit. Die Garmin kommt allerdings nicht mit dem Laptop klar (Win 10) , sondern nur bei der App und bei der Blaze braucht es manchmal ein paar Versuche mehr^^Auch wenn ich das erst im Vergleich zu den anderen beiden Programmen/Apps festgestellt habe, aber Fitbit ist da mit Abstand weit, weit vorn! Trotzdem man oftmals mehrere Versuche der Kopplung/Synchronisation braucht. Trainingsdarstellung, Schritte, Motivation und vor allem die Nahrungsaufzeichnung sind vorbildlich. Wenn das Tracken mit GPS klappte, was wie gesagt fast nie der Fall war, dann konnte man den gesamten Streckenverlauf super nachverfolgen. Wer, wie ich, Kalorien zählt, hat innerhalb des Programms die Möglichkeit, alles aufzuzeichnen. Vieles findet sich einfach, manches muss/kann man hinzufügen.TomTom ist spartanisch aber in Ordnung. Die mit GPS aufgezeichnete Route lässt sich detailliert nachvollziehen und man kann sich Routen auf die Uhr laden und sich während der Fahrt leiten lassen. Dazu muss eine Karte in einem bestimmten Format erstellt und hochgeladen werden. Es gibt zumindest ein/e Programm/APP mit der man die Kalorienaufzeichnung synchronisieren kann, um auch das im Griff zu haben.Garmin macht einen deutlichen Unterschied zwischen App und PC. Mit der App ist fast alles möglich, außer die Details zum Streckenverlauf, das geht nur am PC. Und es wird ebenfalls eine externe App zur Kalorienaufzeichnung benötigt. Auch funktioniert die Kopplung zwischen Uhr und Programm nur bei der App und nicht am PC. Egal ob via Bluetooth oder Kabel, nur mit dem Browser, dem Connect Programm oder über Garmin Express, man hat keine Chance. Allerdings habe ich es kabelgebunden nur mit dem Laptop versucht und es könnte sein, dass es da am USB 3 gescheitert ist. Ich synchronisiere also alles mit der App, gehe bzgl. der Details ins Browserprogramm und lade mit einem alten und schwachen Ladegerät^^ Hört sich umständlicher an, als es ist ;)Schlaftracking:Auch wenn’s Pillepalle ist, hat’s was^^ Fitbit zeichnet es mit allen Kinkerlitzchen auf, was ich aber als nicht allzu genau empfinde, TomTom nur mit den Einschränkungen, die ein Zehn-Minuten-Tracking so mit sich bringt, und Garmin macht ihren Job soweit in Ordnung.Sportliches Tracking außerhalb von aktivierten Trainings:Die Blaze erkennt es meistens, Spark hab ich zugegebenermaßen nicht mehr in Erinnerung und Forerunner 35 erkennt meine kleineren Radfahrten zum Einkaufen oder zu Freunden, die über 10 Minuten sind, absolut zuverlässig. Eine Hin- und Rückfahrt wird in Minuten zusammengefasst und ohne Details bei der Herzfrequenzaufzeichnung dargestellt.Eindruck von den Uhren:Warum ich die Fitbit Blaze so mochte, kann ich nicht sagen. Vermutlich, weil sie ein schönes Farbdisplay hat, in der Sonne trotzdem hervorragend ablesbar und einfach formschön ist, trotz ihrer Größe. Das Armband ist weich und anschmiegsam, das gesamte Teil gefiel mir. Das Personalisieren des Displays fand ich auch gut. Doof war, sie immer aus dem Rahmen nehmen zu müssen, um sie zu laden. Doof war auch, dass die Herzfrequenzsensoren so weit aus dem Gehäuse rausstanden und ständig Abdrücke verursachten. (Wer übrigens meint, sie würde durchtracken, sogar wenn man sie ablegt, muss nur mal bis zu den Einstellungen an der Uhr wischen und dort entweder auf „automatisch“ oder „aus“ stellen. Dann hört sie entweder nach kurzer Zeit auf damit oder ist eben aus^^)TomTom Spark 3 hat mich überhaupt nicht überzeugt. Dass sie nur alle zehn Minuten die Herzfrequenz trackt, empfand ich zunehmend als zu wenig aussagekräftig, zumal ja das Erkennen derselben bauartbedingt weit ungenauer ist, als beim Brustgurt. Der Tagesverlauf ist damit für die Katz. Vor allem aber das Armband, das aus wenig biegsamen Plastik gefertigt ist, was mir obendrein ziemlich spröde vorkam, lässt mich glauben, dass es alsbald kaputt gegangen wäre. Der Clip hält nicht besonders gut, lässt man das Armband dran und es ständig abzumachen, knackt es früher oder später. Da bin ich sicher. Auch fühlt es sich, nur im Vergleich zu den anderen beiden, wie ein Fremdkörper an. Selbst wenn hier der Herzfrequenzsensor überhaupt nicht vorsteht. Außerdem kann man nichts am Display einstellen. Sie zeigt was sie will und in der Reihenfolge die sie für wichtig hält.Die Garmin Forerunner 35 ist klein, leicht und anschmiegsam. Auch steht der Sensor nicht so weit vor wie bei der Blaze. Das Armband ist weich und wabbelig, was ich sehr mag^^ Wie bei der Spark ist das Display schwarzweiß und beide sind in der Sonne hervorragend ablesbar, im Dunkeln können sie beleuchtet werden, was aber bei der Forerunner praktischer gelöst ist. Und man kann zumindest einen Teil der Anzeigen personalisieren. Für meinen Anspruch passt das sehr gut. :)Zuletzt die Sache mit dem Tracken der Herzfrequenz:Leute, zurrt die Uhren nicht so fest an eure Arme! Natürlich soll kein Daumen zwischen Haut und Sensor passen. Aber wenn nicht genau getrackt wird, dann liegt es entweder daran, dass sie zu fest ist, sich Schweiß am Sensor gesammelt hat und er auf der Haut „schwimmt“ oder sie schlabbert rum. Gerade bei der Forerunner 35 habe ich folgende Feststellung gemacht: wenn man losfährt trackt sie sauber und iwann merkt man, dass der angezeigt Puls immer gleich ist (+- 3 BPM). Meist liegt das daran, dass sie schlicht den „Puls“ verloren hat und vom letzten Wert ausgehend, zu tracken versucht. Was ist passiert? Die Haut verändert sich, man schwitzt und tatsächlich schwemmt sie etwas auf. Wie ein Schuh, der vor dem Training noch recht angenehm saß und sich währenddessen plötzlich eng anfühlt. Es hilft, entweder die Uhr um ein Loch zu lockern oder auch mehr und sie an eine andere/höhere Position zu verschieben, damit der Sensor wieder auf der Haut aufliegt und sich nicht reindrückt. Und an die besonders Schlanken: nicht über dem Knochen positionieren, sondern dahin, wo’s etwas weicher ist^^ Also genau oben. Dann läuft’s auch wieder. Wintersportler mögen einwenden, dass wenn man die Uhr hochschiebt, sie unter der Jacke nicht mehr erkennbar ist. Okay, ich möchte, dass sie so sauber wie möglich trackt und werte dann über App oder PC aus. Deshalb, wenn der Fall eintritt, dass ich sie hochschieben muss, was nicht oft der Fall ist, schaue ich nur kurz, ob sie jetzt läuft und dann mach ich dicht. Sie trackt dann auch sauber durch, weil sich die Haut meist nicht mehr weiter verändert. Durch den Vibrationsalarm merke ich ja, wenn sie mir etwas mitteilen will und kann dann noch mal nachschauen. Irgendwann weiß man aber, was sie will^^Ich hoffe, ich habe ein wenig helfen können :)